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Mom + me = Dreamteam!

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CITY-GUIDE, CITY-LIFE

Mom + me = Dreamteam!

Mom + me = Dreamteam

Stronger together! Diese Mutter-Tochter-Duos haben es
gemeinsam geschafft, ihre Träume in die Tat umzusetzen…

Hier liegt Frauenpower in der Familie! Ob mit dem eigenen Unternehmen oder gemeinsamen Projekten – wir stellen Euch drei Hamburger Mutter-Tochter-Pärchen vor, die es geschafft haben, zusammen ihre Ziele zu verwirklichen. Hier verraten sie, wie sie sich gegenseitig supporten, was ihre Beziehung ausmacht und was sie von einander gelernt haben. Außerdem haben wir eine Expertin gefragt, was das Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern so besonders macht und wie sich Brüche in der Beziehung kitten lassen…

TRENDIGES MUTTER-TOCHTER-TEAM

Wie seid ihr dazu gekommen, gemeinsam einen Store zu eröffnen?
Das gemeinsame Shoppen gehen, wurde zur Tradition als Mutter-Tochter Unternehmung. Insbesondere das Schlendern in Hamburgs Stadtteilen und Erkunden kleiner Boutiquen und Stores hat den Traum vom eigenen Store erweckt und stets verstärkt. Sofia hat schon immer in der Textilbranche im Vertrieb gearbeitet und für Helena war es die perfekte Ergänzung zum theoretischen BWL Studium. Mit dem Sofia Store haben wir uns den Traum vom stationären Einzelhandel erfüllt und können somit unsere Ideen und unsere Vorstellungen verwirklichen. Wir sind davon überzeugt, dass hinter jedem Namen sich eine besondere Persönlichkeit verbirgt, und genauso individuell wie die Frau dahinter ist auch ihr Stil.

Wie würdet ihr euer Mutter-Tochter-Verhältnis beschreiben?
Wir halten zusammen, egal was ist. Das Zusammenleben vereinfacht uns das Verständnis füreinander und die Kommunikation miteinander. Trotzdem haben wir oft unterschiedliche Meinungen, die uns aber gleichzeitig viele neue Blickwinkel gewähren. Die unterschiedlichen Erfahrungen mit Generationswechsel sind für uns die Grundlage für unsere Kreativität, unseren Antrieb und unseren Spaß. 

Wie ergänzt ihr euch bei eurer Arbeit?
Manche Aufgabenbereiche haben wir anhand unserer Stärken klar getrennt. Andere Bereiche oder Themen werden allerdings immer gemeinsam abgestimmt. Es ist ein Family-Business mit Strukturen und gleichzeitig mit der Möglichkeit für Veränderungen und Optimierung. 

Was schätzt ihr aneinander am meisten?
Sofia: An meiner Tochter Helena schätze ich ihre herzliche, ehrgeizige, bodenständige, soziale und verständnisvolle Art. 
Helena: An meiner Mutter Sofia schätze ich, dass sie schon immer in ihrem Leben eine mutige Frau ist und mir nie das Gefühl gegeben hat, alleine zu sein.  

Was ist das Wichtigste, das ihr von dem jeweils anderen gelernt habt?
Sofia: Neben den Technikthemen, die Helena einfach schneller und besser kann als ich, lerne ich von ihr vieles zum Thema „genieße das Leben und lebe es“. Ich liebe es, wie meine Tochter in schwierigen Zeiten richtig loslegt und sie gleichzeitig mein Ruhepol ist. Ihre aufrichtige und freundliche Art allen Menschen gegenüber inspiriert mich immer wieder.
Helena: Meine Mutter hat mir gezeigt, dass es sich lohnt für Ziele und Träume zu kämpfen und man nie aufgeben soll. Sie ermutigt mich immer das Beste aus jeder Situation zu machen und ist die größte Unterstützung in meinem Leben. 

Meine Mutter hat mir gezeigt, dass es sich lohnt für Ziele und Träume zu kämpfen und man nie aufgeben soll.

Helena Reese

Literarisches DUETT

Wie würdet ihr euer Mutter-Tochter-Verhältnis beschreiben?
Hortense: Zu schön, um wahr zu sein… Ich liebe es, Zeit mit Allyssa zu verbringen! Es ist immer super lustig, kulturell lehrreich, philosophisch anregend,  kulinarisch abenteuerlich und – hab ich schon lustig gesagt? Das ist echt so, es steht jetzt niemand neben mir, der mich zwingt, das zu schreiben! Ist kein Hexenwerk, dass wir uns so gut verstehen, ich denke mal, es hängt mit dem gegenseitigen Respekt zusammen, den wir füreinander haben und den vielen gleichen Interessen. (Der Spaß kann übrigens noch gesteigert werden, wenn Allyssas Schwester Leandra mit von der Partie ist.)
Allyssa: Ich bin sehr dankbar für das tolle Verhältnis mit meiner Mutter, das liegt aber auch ganz stark an ihrer offenen Art und dass sie mich und meine Schwester immer auf Augenhöhe mit ihr behandelt hat. 
Eine tolle Mutter, die mit Rat und Tat zur Seite steht, aber auch eine Art Freundin mit der man Spaß haben kann.

In welcher Hinsicht seid ihr euch sehr ähnlich?
Hortense: Humor. Wir lachen über dieselben Dinge und – sehr praktisch – in absurden Situationen müssen wir nichts sagen, sondern können gleich lachen, weil wir wissen, was der andere denkt und sagen würde.
Allyssa: In super vielen Dingen, die mir oft gar nicht auffallen. Es fängt an bei der Stimme und Handschrift und geht bis zu den Eigenheiten, dass wir immer einen Plan B und C im Kopf haben und damit die Welt um uns herum verrückt machen.

Und in welchen Punkten seid ihr komplett verschieden?
Allyssa: Wie lang wir uns Dinge durch den Kopf gehen lassen – meine Mutter tut nichts unüberlegt, ich habe meist keine Geduld und mach einfach drauf los.
Hortense: Allyssa ist unglaublich effizient, organisiert und schnell. Was ich bewundere. Ich bin …öhm …das Gegenteil. Nennen wir es: Langsam. Und umständlich. Aber das liegt nur daran, weil ich ständig alles in Frage stelle und lieber noch mal gründlich darüber nachdenke. Wodurch übrigens meine Entscheidungen auch nicht besser werden. Hat nur länger gedauert.

Was schätzt ihr am jeweils anderen am meisten?
Allyssa: Ihre durch und durch positive Art, ihre Intelligenz und ihren Humor.
Hortense: Oh, mein Lieblingsthema: Wie toll das Kind ist! (Sorry, Allyssa, aber die haben gefragt.) Okay, es geht los: Intelligenz, Humor, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit, Fairness, Loyalität – Ssssstopp! Wenn ich weiter schreibe, kriege ich Ärger…

In welchen Dingen sucht ihr Rat bei dem jeweils anderen?
Hortense: Wenn es um Buchungen übers Handy geht. Egal ob Flug, Zug, Kino, Restaurant, online Bestellungen usw. Aber da suche ich keinen Rat, das muss Allyssa für mich machen. Nach vielen (teils lustigen, teils teuren) Versuchen ohne das gewünschte Ergebnis, habe ich aufgegeben.
Allyssa: Wenn mein Bauchgefühl mir keine klare Info gibt, höre ich auf das Bauchgefühl meiner Mutter.

Ihr habt zusammen zwei Romane geschrieben. Wie harmonisch lief die Zusammenarbeit beim Schreiben ab?
Hortense: Sehr harmonisch. Bei „Schlaflos in Hamburg“ war es ja leicht, weil wir abwechselnd geschrieben haben, also unsere eigenen Kapitel hatten.Bei „Last Girl Standing“ haben wir zunächst das Konzept besprochen, Allyssa hat geschrieben, ich durfte lektorieren.

Was ist das Wichtigste, was ihr von dem jeweils anderen gelernt habt?
Allyssa: Umgib dich immer nur mit Dingen, die dich glücklich machen, und lasse dich nie zu etwas zwingen.
Hortense: Ich lerne Loslassen und Wegwerfen von Allyssa. Sie übt fleißig mit mir. Ich bin nämlich der weltbeste Aufheber. Egal was es ist. Denn man weiß ja nie, wann man es mal braucht. Ich besitze Dinge, von denen ich nicht weiß, wofür sie eigentlich gut sind, aber sie dürfen bleiben, ich hebe sie auf. Also nicht Messiemäßig, sondern schön sortiert in beschrifteten Kisten und Kartons auf dem Dachboden und im Keller – was es nicht besser macht, ich weiß!

Wenn mein Bauchgefühl mir keine klare Info gibt, höre ich auf das Bauchgefühl meiner Mutter.

Allyssa Ullrich

FARBENFROHES FAMILY-BUSINESS

Wie würdet ihr euer Mutter-Tochter-Verhältnis beschreiben? 
Nina: Sehr gut! Wir telefonierten auch vor der gemeinsamen Firma täglich – jetzt mit der gemeinsamen Firma noch öfter, wir waren also schon immer sehr eng.

Was verbindet euch?
Nina: Die Liebe zum Design und zu BUNT. Wir mögen es beide gerne bunt, ob im Design, der Kunst oder in der Mode. Oft tragen wir sehr ähnliche Sachen, am liebsten Leoparden-Print in Pink.

In welchen Punkten seid ihr verschieden?
Graziela: Ich kann mich oft nicht entscheiden und denke mehr über die Details nach. Nina ist da sehr viel entscheidungsfreudiger und betrachtet eher das große Ganze.

Wie wichtig ist euch die Meinung der anderen?
Nina: Die Meinung meiner Mutter ist mir sehr wichtig, denn es sind ja ursprünglich alles ihre Designs, die sie mit viel Herzblut gezeichnet hat. Zusätzlich hat sie auch ein ganz besonderes Gefühl dafür, was Leute wollen.

Wie läuft eure Zusammenarbeit ab? 
Nina: Wir sind im konstanten Gespräch, welche der bekannten Muster man neu auflegen sollte, insbesondere auch auf welchen Produkten. Wir stimmen uns ab über neue Farbpaletten oder ob man doch lieber nur die 70er-Farben konsequent nutzt, und natürlich auch über neue Produktideen. Man muss dazu aber sagen, dass die Zusammenarbeit inzwischen nicht mehr so eng ist, wie sie in der Gründungsphase war. Das liegt daran, dass meine Mutter sich mit 85 Jahren sich nicht nur noch auf die Arbeit konzentrieren möchte.

Wann sucht ihr Rat beieinander? 
Nina: Das kann bei allem sein. Meine Mutter fragt mich oft, was sie auf Partys anziehen soll, und ich frage sie auch nach Rat bei schweren geschäftlichen Verhandlungen. Abgesehen davon geht es natürlich auch oft um Farbstellungen bei neuen Designs.

Was ist das Wichtigste, was ihr von der jeweils anderen gelernt habt? 
Graziela: Nina ist klarer bei Entscheidungen und sicherer in der Beurteilung von Wichtigem und Unwichtigem – das versuche ich jetzt auch mehr umzusetzen.
Nina: Ich finde es großartig, dass meine Mutter mir so gut vorgelebt hat, wie man Beruf und Kind vereinbaren kann. Trotzdem hat sie mir stets das Gefühl gegeben, immer für mich da zu sein. Ich hoffe, dass ich das auch mit meinen Kindern hinkriege.

Ich finde es großartig, dass meine Mutter mir so gut vorgelebt hat, wie man Beruf und Kind vereinbaren kann.

Nina Nägel

Das sagt die Expertin…

Was zeichnet typischerweise eine Beziehung zwischen Mutter und Tochter aus?
Niemand prägt uns so stark wie unsere Mutter. Die Beziehung zu unseren Müttern ist häufig mit Ambivalenzen besetzt. Auf der einen Seite ist es die stärkste Bindung, die wir erleben, auf der anderen Seite kann durch so viel Nähe auch Konkurrenz und Rivalität entstehen.
Die Nähe, das Wohlwollende und die bedingungslose Liebe der Mutter sind einmalig. Unsere Mutter ist unser erstes weibliches Vorbild. Wie sie ihre Rolle als Partnerin und Mutter ausfüllt, hängt oft von dem eigenen Verhältnis zu ihrer eigenen Mutter ab. Oft jedoch scheint die Beziehung zur Mutter nicht geklärt. Dann entsteht Wut oder Schmerz darüber, etwas nicht bekommen zu haben, was man als Kind so sehr gebraucht hätte. 

Eine gute sichere Bindung entsteht in der frühen Kindheit und es kommt darauf an, dass die Mutter die Signale des Säuglings richtig wahrnehmen, richtig interpretieren und angemessen und prompt reagieren kann. Dann entsteht eine sichere Bindung. Unsichere Bindung entstehen eher durch nicht kongruentes Sprechen und Handeln. Konflikte entstehen, wenn das Bedürfnis nach Sicherheit, Wärme und Liebe und Aufmerksamkeit gestört wird.

Eine gesunde Abgrenzung und Abnabelung zur Mutter bedeutet die Verantwortung für das eigene Leben mit allen Konsequenzen zu übernehmen und sich nicht als Opfer der „bösen“ Mutter zu sehen. In dem Moment wo man aufhört, seiner Mutter verändern zu wollen und stattdessen für sich selbst Verantwortung übernimmt und in sich selbst hinein fühlt, kann die Beziehung zur Mutter heilen und Freundschaft entstehen.

Wie unterscheidet sich das Verhältnis zur Mutter zu dem zum Vater?
Die Beziehung zum Vater zeichnet sich vor allen Dingen dadurch aus, dass er den gegengeschlechtlichen Part inne hält. Meist werden Väter von ihren Töchtern tief im Inneren bewundert. Fast jedes kleine Mädchen möchte seinen Papi heiraten. Zur Mutter besteht eine hohe Identifikation, aber zugleich auch Konkurrenz. Der Vater dagegen löst keine Rivalität aus – er eröffnet der Tochter eher eine andere Perspektive aus der Sicht eines Mannes. Das männliche Prinzip steht für Vernunft, Sicherheit, Selbstbewusstsein und Tatendrang. Aber auch hier gibt es eine Kehrseite: zu wenig Aufmerksamkeit, Liebe und Anerkennung vom Vater können große Selbstzweifel und Ängste in jungen Mädchen auslösen. Ein ungesundes Verhältnis zum Vater kann tiefe Spuren in der Seele eines Mädchens hinterlassen und sich nicht zuletzt auf die Partnerwahl und Beziehungsmuster bis ins Erwachsenenalter auswirken.

Was macht die Beziehung zwischen Mutter und Tochter so wichtig?
Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist etwas ganz Besonderes. Sie ist gekennzeichnet durch eine große Komplexität und Ambivalenz zwischen Liebe, Fürsorge, Anerkennung, Stolz und Neid, Abhängigkeit, Eifersucht und Konkurrenz.
Dieser Spannungsbogen hält die Beziehung lebendig. 

Wie hat sich das Mutter-Tochter-Verhältnis im Vergleich zu früher gewandelt?
Heute sind die erwachsenen Töchter sicher selbstbewusster und konfrontativer als früher. Sie setzten sich zur Wehr, stellen sich den Konflikten und sind zur Selbstreflexion und  -verantwortung bereit.

Wie kann sich eine berufliche Zusammenarbeit auf das Verhältnis auswirken?
Eine berufliche Zusammenarbeit kann sehr gut funktionieren, wenn das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter geklärt ist und keine alten Verletzungen die Beziehung belasten. Sind dann auch in der Geschäftsbeziehung eindeutig die Rollen und gegenseitigen Erwartungen geklärt, wird eine berufliche Zusammenarbeit fruchtbar werden. Die Beziehung kann auf Augenhöhe stattfinden und gegenseitiges Vertrauen einander stärken und Ressourcen freisetzen.

Fragt man Frauen nach ihren Vorbildern wird häufig die eigene Mutter angeben. Woran liegt das?
Mütter sind die erste wichtigste Bindung, die wir erleben, und wir sind als Baby abhängig von ihr und brauchen sie zum Überleben. Da unsere Mutter unser Überleben gesichert hat, bleibt sie ewig unser Held. Sie ist uns nahe – näher als jedes andere Vorbild und bietet dadurch Raum, sich mit ihr zu identifizieren. Unsere tiefe Sehnsucht, versorgt, bedingungslos geliebt und angenommen zu werden so wie wir sind, bleibt ewig in uns – und diese Sehnsucht wird am meisten verkörpert durch unsere Mutter.


Fotos: © Ponomariova Maria/istock.com; © Susanna Sapiains Valencia; © Leandra Ullrich; © byGraziela; © Tatiana Schildt

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