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Von Hamburg nach Tokio

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CITY-GOSSIP, CITY-GUIDE

Von Hamburg nach Tokio

GO, Girls!

Diese Hamburgerinnen feuern wir bei den Olympischen
und Paralympischen Spielen in Tokio an!

Der Sommer wird sportlich! Vom 23. Juli bis zum 8. August finden in Tokio die Olympischen Spiele statt, gefolgt von den Paralympics vom 24. August bis 5. September. Uns haben Hamburgs Top-Athletinnen verraten, was es bedeutet, für den Traum von den Olympischen und Paralympischen Spielen zu kämpfen, wie sie sich auf den größten Sportwettbewerb der Welt vorbereiten und was sie das Training für den Alltag gelehrt hat…

Laura Ludwig & 
Maggie Kozuch

Beachvolleyball

Was liebt ihr am meisten am Beachvolleyball?
Maggie: Das Spiel mit dem Ball – den Ball immer wieder trotz Wind, Wetter und Gegner unter Kontrolle zu bringen und zu beherrschen.

Was braucht es, um in eurer Sportart erfolgreich zu sein?
Laura: Einzelne Spielelemente müssen im Detail einstudiert werden. Immer und immer wieder, man muss athletisch auf den Punkt fit sein und man braucht ein gut funktionierendes Team um sich herum.

Habt ihr ein bestimmtes Ritual vor einem Spiel?
Laura: Ich habe mit meiner Psychologin Anett Szigeti eine feste Routine entwickelt. Ruhe, PMR und eine feste Abfolge von Übungen. Ich brauche immer eine halbe Stunde, bis ich bereit bin und mit Ruhe losgehen kann.

Was nehmt ihr aus dem Profisport fürs normale Leben mit
Maggie: Der Sport hat mich geprägt. Nicht nur durch die vielen Wettkämpfe, auch durch die Zeit dazwischen. Es sind viele intensive Freundschaften entstanden, für die ich sehr dankbar bin.

Susann Beucke Segeln

Wie bist du zum Segeln gekommen?
Das Segeln liegt bei mir in der Familie. Meine Eltern haben sich beim Segeln kennengelernt, meine Großeltern sind bis vor 15 Jahren noch selbst über den Atlantik gesegelt. In meiner Familie sind quasi alle Segel-Freaks – und da musste ich dann natürlich auch mitziehen.

Was liebst du am meisten an deinem Sport?
Die Natur, das Draußensein und das komplette Wegsein von allem – das heißt, dass man auf dem Boot mit dem Kopf komplett dort und nicht im Alltag ist.

Wie viel Zeit investierst du wöchentlich in dein Training?
Das lässt sich im Segeln super schwer bemessen, weil wir Blocktrainings haben. Das heißt, man ist mal zwei Wochen unterwegs und dann wieder eine Woche zuhause. In dieser Zeit zuhause trainiert man natürlich auch, aber nicht ganz so intensiv wie beim Wassertraining, wo man von morgens um 8 Uhr bis Abends um 17, 18 Uhr unterwegs ist. Dafür kommt dann in der Zeit zuhause noch viel Organisation und Logistik dazu.

Was nimmst du aus Wettkampf und Training für den Alltag mit?
Den Tag so zu akzeptieren, wie er kommt. Manchmal hat man einen guten Tag, dann läuft alles rund und machmal läuft es auch an einem Wettkampftag nicht so gut. Dann geht es darum, trotzdem weiterzumachen, nach vorne zu schauen und die Sachen, die man unter Kontrolle hat, richtig zu machen. Es geht um eine generelle positive Grundeinstellung, gepaart mit dem Wissen, dass, wenn man einfach weitermacht und seinen Stiefel weiter durchzieht, man dann auch irgendwann das schafft, was man sich vorgenommen hat – egal ob im Alltag oder im Wettkampf. Dieses Durchhaltevermögen und ein Selbstverständnis von dem, welche Gegebenheiten man braucht, um zu performen, lernt man im Sport sehr, sehr viel.

Haben du und deine Team-Partnerin Tina ein besonderes Ritual vor einer Regatta?
Ein Ritual haben wir tatsächlich nicht. Denn wenn man Rituale nicht einhält, dann bedeutet das im Umkehrschluss, dass man nicht performen kann. Aber wir haben ganz, ganz starke Routinen, an denen wir festhalten und die für uns ziemlich wichtig sind. Die laufen immer gleich ab, egal wo wir sind. Es geht dabei los, wer wann zum Boot kommt – sozusagen in unser Office – und wer welche Verantwortlichkeit hat. Aber nichts davon ist ein Ritual. Ein Ritual ist schließlich nicht änderbar und auch nicht flexibel – und unsere Routinen müssen immer flexibel bleiben. Wir sind da auch nicht abergläubisch und sehr, sehr, sehr aufgabenorientiert, wenn wir im Hafen sind.

Jette Fleschütz
Hockey

Was macht Hockey für dich zu einer besonderen Sportart?
Es ist vielseitig und ein toller Teamsport für alle Altersklassen.

Wie integrierst du den Sport in deinen Alltag? 
Eine gute Planung macht es möglich, alles unter einen Hut zu bringen, momentan hat er natürlich Priorität.

Wie bereitest du dich auf einen Wettkampf vor? Hast du bestimmte Rituale?
Nein, ich habe keine bestimmten Rituale.

Was ist für dich der größte Gänsehautmoment bei einem Länderspiel?
Die Hymne!

Was bedeutet es für dich, das erste Mal bei Olympia mit dabei zu sein?
Die Erfüllung meines Traumes als Sportlerin!

EDINA MÜLLER Para Kanu

Wie bist du zum Para Kanu gekommen?
Eigentlich durch Zufall. Ich habe meine Rolstuhlbasketballkarriere beendet und bin danach vom Kanu Hobby in den Parakanu Rennsport eingestiegen.

Was liebst du am meisten an deiner Sportart?
Die Freiheit auf dem Wasser und die Inklusivität.

Hast du ein bestimmtes Ritual vor einem Wettkampf?
Ein direktes Ritual habe ich nicht. Ich gehe vor dem Wettkampf dem Trubel etwas aus dem Weg und umgebe mich gerne mit vertrauten Dingen. Immer die gleichen Paddelschuhe zum Beispiel. War der Verlauf gut, trage ich genau die gleichen Sachen im nächsten Rennen.

Gibt es einen Glücksbringer, den du mit nach Tokio nimmst?
Ich hoffe immer noch, dass mein kleiner Sohn mit nach Japan kommen kann, er ist mein größter Glücksbringer. Ich habe aber für alle Fälle noch einen Anhänger mit einer Haarsträhne von ihm.

Was nimmst du aus dem Sport fürs normale Leben mit?
Es ist schwer, über einen langen Zeitraum erfolgreich zu sein. Wichtig ist, immer wieder neue Impulse und Reize zu setzen. Das lässt sich gut auf das “normale Leben” übertragen.


Fotos: © Mirja Geh, © Susann Beucke, © IMAGO / Conny Kurth, © Privat

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