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2 Freundinnen – 1 Film: Together Free

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CITY-GUIDE, CITY-TALK

2 Freundinnen – 1 Film: Together Free

Together Free

Together Free

“Gemeinsam frei zu sein, ist zum Motto unserer Freundschaft, und zum Ziel unserer persönlichen Reise geworden.”

Zwei Hamburgerinnen haben sich aufgemacht, den Himalaya zu erobern, und dabei einen großartigen Film über Freundschaft gedreht: Kristin Hollmann und Valerie Menke erzählen in ihrem gemeinsamen Film “Together Free” nicht nur von ihrer abenteuerlichen Wanderung durch das Himalaya Gebirge, sondern auch über ihre Beziehung zueinander. Während sie Pässe besteigen, Berge erklimmen und das Mount Everest Basecamp besuchen, denken sie über die Tiefe ihrer Freundschaft nach und appellieren, Freundschaften auch im Alltag eine viel größere Wertschätzung zu geben, als sie bisher bekommen. Hier verraten die zwei mehr über ihr außergewöhnliches Film-Projekt und ihre ganz besondere Freundschaft…

Wann und wie habt ihr beide euch kennengelernt?

Val: Ganz unromantisch bei einer WG-Besichtigung! Ich wollte zum Studium nach Hamburg ziehen und in Kristins Wohnung war ein Zimmer frei. Sie war schon ein Jahr eher zum Studieren nach Hamburg gezogen. Ich hatte sofort den Eindruck, dass wir ziemlich gleiche Vorstellungen vom Studentenleben in einer Großstadt hatten. Und unsere Werte und Interessen haben gestimmt: Wir sind zum Beispiel beide nach dem Abi erstmal gereist, waren Vegetarierinnen und hatten beide einen Hund. Die Chemie hat gestimmt. Kristin hatte aber ungefähr 60 Interessenten, somit war auch ein bisschen Glück dabei. Oder Schicksal, wie mans eben sehen möchte.

Was macht eure Freundschaft aus?

Kristin: Für uns ist es das Zusammenspiel von Commitment – also einem tiefen Bekenntnis zueinander – und Freiheit. Das ist dann auch der Titel unseres Films geworden: „Together Free“. Wir machen einander zur Priorität und geben einander Zeit und Energie. Wir wissen, wie wichtig wir einander sind, und handeln loyal. Auf der anderen Seite begreifen wir einander aber als wirklich freie individuen – mit eigenen Stärken und Schwächen, Wünschen und Bedürfnissen. So geben wir einander den Raum zu wachsen und uns weiterzuentwickeln. Wir sind im Wesen ziemlich unterschiedlich, aber wir haben gelernt, diese Unterschiedlichkeit nicht „doof“ sondern spannend zu finden und so uns von der Anderen inspirieren zu lassen. Und zuletzt ist da dann die Freiheit, die man fühlt, wenn man in der Gemeinschaft mit der anderen nichts zu verstecken hat. Wenn wir langfristig wirkliche Nähe und Vertrautheit aufbauen, wenn wir uns trauen, auch die dunklen Seiten zu zeigen, sind wir ehrlich mit uns selbst und mit anderen und erleben so noch einmal eine ganz neue Art der inneren Freiheit. Gemeinsam frei zu sein, ist zum Motto unserer Freundschaft, und zum Ziel unserer persönlichen Reise geworden – und nun auch der Titel des Films.

Together Free

Wie seid ihr auf die Idee zu der Wanderung im Himalaya gekommen?

Val: Nachdem wir 10 Jahre lang zusammengewohnt hatten, stand für mich ein Umzug nach Kalifornien an und wir wollten den Abschluss dieser Ära gebührend würdigen. Wir wollten etwas Großes unternehmen, ein Abenteuer, etwas was wir beide noch nie gemacht hatten. Für mich war der Himalaya immer schon ein Traumziel. Die Landschaft, die Höhe, die Kultur – und dazu hatte ich auch noch eine persönliche Verbindung zur Sagarmatha Region: Mein Vater war immer ein großer Fan von Bergsteigern und hatte sich wenige Jahre zuvor den Traum von einer Wanderung zum Everest Basecamp erfüllt. Als er dann sehr plötzlich verstarb, formte sich in mir der Wunsch, auch einmal das Basecamp zu besuchen.

Warum wolltet ihr die Reise auch als Film festhalten?

Kristin: Hauptsächlich wollten wir etwas zum Thema Freundschaft machen. Wir hatten uns schon seit längerer Zeit viele Gedanken über unsere Freundschaft gemacht und uns gefragt, warum sie irgendwie anders funktioniert als viele Freundschaften, die wir in unserem Umfeld erlebt haben. Wärend viele unserer Freunde es mit Mitte zwanzig kaum erwarten konnten, endlich mit dem Partner in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen, waren wir – trotz festem Freund – total glücklich in unserer Mädels-WG. Wir sind eine hohe und meist sogar DIE Priorität im Leben der anderen geblieben – ein nicht unbedingt konventionelles Konzept. Die daraus entstandenen Fragen und Gedanken zum Thema Freundschaft fanden wir dann so spannend, dass wir das Ganze in irgendeiner Form festhalten wollten. Zu Freundschaft zu schreiben, wäre bestimmt auch sehr passend gewesen, aber irgendwie hat uns die Kamera mehr gereizt – natürlich auch, weil der Himalaya visuell so beeindruckend ist.

Was waren für euch die größten Herausforderungen auf der Wanderung?

Kristin: Für mich war es erstmal die Wanderung an sich. Was die körperliche Fitness anging, waren wir eigentlich gut in Form: Wir machen beide viel Sport und gehen mehrmals pro Woche laufen. Da wir beide in Hamburg gewohnt haben, war es aber schwer, speziell für die steilen Aufstiege zu trainieren. Da blieben uns hauptsächlich die Treppen an der Elbe. Und so sind wir, trotz guter allgemeiner Fitness, zu Anfang der Wanderung mental und körperlich an unsere Grenzen gekommen. Ich hatte vor dieser Reise sehr wenig Wandererfahrung. Die einzige mehrtägige Tour war ein langes Wochenende wenige Monate zuvor im Harz gewesen – kaum ein Vergleich! Ich weiß noch, wie wir am ersten Morgen von Shivalaya aus einen gefühlt senkrechten Berg hinauf kraxeln mussten, und ich mir einfach nicht vorstellen konnte, das acht Stunden pro Tag und fast einen Monat am Stück durchzuhalten. Nicht nur das Gewicht des Rucksacks und der schweren Schuhe auf den steilen Wegen war neu, auch galt es, die mentale Herausforderung zu meistern: zu wissen, dass man einen vollen Arbeitstag lang damit beschäftigt sein wird, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Das ist als Neuling erstmal ganz schön viel. Aber zum Glück habe ich relativ schnell meinen Tritt gefunden – aufgeben war für mich keine Option.

Was habt ihr auf der Reise über euch selbst und eure Freundschaft gelernt?

Val: Wir hatten uns vorher noch nie in so einer Extremsituation kennengelernt. Das hat unsere Freundschaft definitiv noch einmal auf eine neue Ebene gebracht. Wir kannten uns zuvor in so ziemlich allen Alltagssituationen, nach 10 Jahren hat man viel gemeinsam erlebt. Aber als ich in Gokyo auf 5500m Höhe ernsthaft krank geworden bin und eigentlich nicht mehr in der Lage war, selber zu entscheiden, ob es weiter gehen kann oder ob die Reise wegen meines Zustandes abgebrochen werden muss, waren wir zum ersten mal in einer Situation, in der es wirklich richtig ernst wurde. Kristin musste, als Wanderunerfahrene, die Verantwortung für uns beide übernehmen und eine Entscheidung treffen. Aber auch das ist wieder ein Plädoyer für Freundschaft und Gemeinschaft. Wenn sie mich nicht so gut gekannt hätte, wäre es schwer gewesen, die Situation richtig einzuschätzen und ich kann mir niemanden vorstellen, den ich in dieser Situation lieber an meiner Seite gehabt hätte, geschweige denn dort allein gewesen zu sein.

Welche Message möchtet ihr euren Zuschauerinnen und Zuschauern mit auf den Weg geben?

Kristin: Wir möchten, dass unser Film eine Ode an die Freundschaft ist. Wir glauben, dass Freundschaft eine ganz wunderbare Form der Beziehung ist, die einem so viel Nähe, Liebe und Glück geben kann und einem gleichzeitig so viel Freiheit bietet. Wir möchten Freundschaft gar nicht in Konkurrenz zu Liebesbeziehungen oder der Familie stellen, es ist eher so, dass wir das Gefühl haben, dass viele Menschen Freundschaft im Alltag schnell vergessen oder ihr weniger Priorität geben. 
Val: Ganz genau, wir wünschen uns, dass wir unsere Zuschauer dazu anregen, innezuhalten und ganz bewusster über ihre Freundschaften nachzudenken. Und am liebsten im Anschluss an den Film mal wieder die beste Freundin oder den besten Freund anzurufen! Gerade in dieser turbulenten Zeit sind gute Freundschaften unserer Meinung nach wertvoller denn je.

Welche gemeinsamen Pläne habt ihr für die Zukunft?

Val: Im Moment sind wir noch sehr mit dem Film beschäftigt, wegen Corona hat die Premiere als online Live Stream stattgefunden aber wir hoffen, dass wir im Sommer in die Open Air Kinos dürfen. Wir hatten im Winter bereits eine deutschlandweite Kinotour geplant, die wegen des Lockdowns erstmal warten muss. Auf Grund der super positiven Resonanz nach der Premiere haben wir uns gerade entschieden zwei Zusatz Live Stream Termine zu veranstalten bis die Kinos öffnen. Der Film wird am 15. April und am 2. Mai nochmal online zu sehen sein, wieder mit Live Q&A mit uns beiden im Anschluss. 
Kristin: Uns fällt noch einiges zum Thema Freundschaft ein, und wir haben wirklich Lust, weiter zu dem Thema zu denken, zu reden und zu diskutieren. Je nachdem, wie das Jahr so weitergeht, in Bezug auf die Kinotour und Events allgemein, schauen wir ganz offen in alle Richtungen: Buch, Podcast, da gibt es ganz viel, was wir gern ausprobieren würden – mal schauen, wo uns 2021 hinführt!

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Fotos: © Together Free GbR

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